01) Beziehungen zu Neuseeland außerordentlich gut Ende April traf die neuseeländische Premierministerin Hellen Clark in Deutschland zu einem Staatsbesuch ein.
Nach einem Treffen mit Frau Clark hat Bundeskanzler Schröder die bilateralen Beziehungen als außerordentlich gut bezeichnet. "Wir haben keine Probleme in unseren bilateralen Beziehungen, so dass wir uns auf die Diskussion internationaler Fragen konzentrieren konnten, was wir dann auch ausgiebig getan haben", sagte Bundeskanzler Schröder bei der gemeinsamen Pressekonferenz am 28. April in Berlin.
Der Austausch von Wissenschaftlern zwischen beiden Ländern habe sich auf sehr hohem Niveau stabilisiert. "Es hat sich der Austausch von Studentinnen und Studenten ungewöhnlich positiv entwickelt. Wir sind jetzt bei über 2.000, die wechselseitig studieren", so Schröder. Dies sei ein ungewöhnlicher Erfolg der beschlossenen Aufenthaltsprogramme, denn schließlich sei die Entfernung zwischen Deutschland und Neuseeland kein "Katzensprung".
Der Bundeskanzler forderte anläßlich der am 2. Mai in New York beginnenden Überprüfungskonferenz zum Atomwaffensperrvertrag, das System der Nichtverbreitung von Atomwaffen zu stärken und zugleich glaubwürdige Fortschritte bei der atomaren Abrüstung zu erzielen. Auch die Atommächte müssten sich in dieser Frage bewegen.
Premierministerin Clark erklärte, es sei eine "richtige Balance" zwischen der Möglichkeit zur friedlichen Nutzung der Atomenergie und der Verhinderung des Missbrauchs für militärische Zwecke notwendig. Frau Clark würdigte zugleich die Gespräche von Deutschland, Großbritannien und Frankreich mit Iran über einen endgültigen Stopp der Urananreicherung.
Auch wurde eine neue Vereinbarung über das Working Holiday Programm unterzeichnet. Die Vereinbarung erlaubt es Jugendlichen beider Länder im Alter von 18 bis 30 Jahren, sich im jeweils anderen Land für ein Jahr aufzuhalten und den Aufenthalt teilweise durch arbeitsgenehmigungsfreie Ferienarbeit zu finanzieren.
Erleichterungen auf beiden Seiten ermöglichten es, die alte Vereinbarung aus dem Jahr 2000 durch eine neue zu ersetzen. Auf neuseeländischer Seite entfällt die bisher bestehende zahlenmäßige Begrenzung für die Visaerteilung; auf deutscher Seite konnte der bisherige Zeitraum für eine Erwerbstätigkeit von 90 Tagen auf ein Jahr angehoben werden.
Mit den Verbesserungen ist die Hoffnung verbunden, dass der Jugendaustausch zwischen beiden Ländern und damit der lebendige Kulturdialog noch effektiver gefördert wird.
Nach dem "offizellen" Programm nutzte die neuseeländische Premierministerin ihren Berlin-Besuch für einen Abstecher in den Zoologischen Garten, um dort die Kiwi-Skulptur des neuseeländischen Künstlers Jeff Thomson zu enthüllen. Außerdem stattete sie auch den lebendigen Exemplaren des neuseeländischen Nationalvogels einen Besuch ab. Neuseeland schenkt dem Zoo die Skulptur als Anerkennung für die Haltung und Zucht der Kiwis.
02) Zigarette im Internet versteigert Für umgerechnet rund 4.200 Euro hat ein Zigarettenstummel aus Neuseeland bei einer Internet-Auktion einen neuen Besitzer gefunden.
Die Kippe sei der Rest der letzten Zigarette, die vor Beginn des landesweiten Rauchverbots in Kneipen am 10. Dezember in Aucklands "Malt Bar" gequalmt worden sei.
Der Stummel befindet sich den Angaben zufolge in einem Glaskasten mit einem hölzernen Fuß, auf dem steht: Offiziell die letzte Zigarette im "Malt Restaurant and Bar", geraucht um 23.59 Uhr, 9. Dezember 2004. Luke Dallow, Besitzer der "Malt Bar", zeigt sich von dem Kippen-Anbieter und seiner Idee begeistert: "Wenn er das verdammte Ding verkaufen kann, ist er eine Legende."
Die Versteigerung des Stummels hat riesiges Interesse ausgelöst, berichtete ein Sprecher der Auktions-Plattform: Die Seite mit der Kippenauktion sei über 140.000 Mal angeklickt worden.
03) Haft für Voyeurismus per Handy-Kamera Neuseeland will Voyeurismus mit Hilfe von Handy-Kameras künftig mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestrafen. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, den Justizminister Phil Goff jetzt im Parlament in Wellington einbrachte.
"Unter Röcken zu filmen, Leute in der Toilette oder daheim aufzunehmen ist völlig inakzeptabel", sagte der Minister. Dies sei eine "moderne Form der Spannerei", die umso schlimmer sei, da mit Hilfe der Technik die Aufnahmen überall hin versendet werden könnten.
04) Kinobesitzer gegen Handy-Manie Kinobesitzer in Neuseeland wollen geschlossen gegen den Gebrauch von Mobiltelefonen während der Filmvorstellungen vorgehen. Sie erwägen den Einbau von Störsendern in Lichtspielhäusern. Derzeit werde die Rechtmäßigkeit geprüft.
Am schlimmsten seien Frauen mittleren Alters, die im Kino Anrufe entgegennähmen, sich am Telefon unterhielten und wütend reagierten, wenn sie gebeten würden, das Telefon auszuschalten oder den Saal zu verlassen.
Einmal musste ein Ordner eingreifen, als ein Mann zwei ausländischen Studenten Schläge angedroht habe, die entfernt voneinander saßen und sich per SMS unterhalten hätten. Entgegen ihres Rufs zeigten sich Jugendliche dagegen meistens kooperativ.